Wolfsmünster

Wolfsmünster

Wolfsmünster liegt 158m über dem Meer auf dem 40. nördlichen Breitengrad an der fränkischen Saale.

 

Der Ortskern liegt rechts der Saale mit ihm eng verbunden die beiden Neubaugebiete. Links der Saale liegt an den Riedberg angeschmiegt die Siedlung „Klein Hawaii“. Beide Ortsteile werden durcheine in die historische Brücke eingebaute moderne aber schmale Stahlbetonbrücke verbunden. Im alten Ortskern liegen die Kirche, das Schloß und zahlreiche alte Fachwerkhäuser, teilweise mit alten Heiligenfiguren.


Die Feldflur von Wolfsmünster wird seit der Flurbereinigung, die  2012 abgeschlossen wurde durch ein modernes Wegenetz erschlossen, was zu ausgedehnten Spaziergängen einlädt. Prägend ist hier der Klingengraben, der Grillplatz, die Ruine Neuscheuer und die Ruheichen.


Wolfsmünster wurde 802 das erste Mal urkundlich erwähnt. Es entstand aus der Klosterzelle des fuldischen Abtes Baugolf. Von Baugolfszell über Baugolfsmünster, Bolsmünster entwickelte sich der Name Wolfsmünster.


Die Brücke von Wolfsmünster

Die erste Brücke dürfte schon im hohen Mittelalter als Holzbrücke errichtet worden sein. Sie hatte große Bedeutung für den Fernverkehr. Sie lag an der Birkenhainer Landstraße, die von Frankfurt- Hanau über die Spessarthöhen zog. Schon vor 1550 stand auf der Steinbrücke ein Zollhäuschen. Der Johannes Nepomuk ziert die Brücke seit 1715.


Beim Brückenbau wurde stets ein Schiffgang eingeplant um die Saaleschifffahrt und besonders die Leinreiterei zu ermöglichen. Diese kam im 19. Jahrhundert zu hoher Blüte als die Holzföße der Rhön bis Frankfurt gezogen wurden.


Schon bald wurde auch der Brückenbaufond gegründet. Zuerst um die Brücke in Schuß zu halten. In späteren Jahren war der Fond aber auch Darlehensgeber für die Ortsbewohner. Aus dieser Zeit stammt der Vergleich „Reich wie die Wolfsmünsterer Brücke“. Die Inflation nach dem erste Weltkrieg vernichtete das gesamte Vermögen der Brückenkasse.


Die Kirche von Wolfsmünster

Die Pfarrei besteht seit dem 12. Jahrhundert. Der frühgotische Turm der heutigen Kirche stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert vom zweiten Kirchenbau. Das dritte und jetzige Gotteshaus wurde 1734 gebaut und 1737 eingeweiht. Das Langhaus ist mit barocker Fassade gestaltet.In dessen Mitte lehnt sich westlich der Turm an mit unter anderen einer Glocke aus dem 15. Jahrhundert.


Das Schloß Wolfsmünster

Das Schloss von Wolfsmünster wurde von Philipp II. von Thüngen bzw. dessen Vater Albrecht erbaut. Das Portal trägt das Wappen der Thüngen, eingerahmt von der Jahreszahl 1584. Über dem Türsturz findet sich das Wappen von Wolfsmünster mit dem Wolf. Darunter die Inschrift: "Das Haus steht in Gottes Hand, Wolfsmünster ist es genannt". Das Schloss lässt die Merkmale der Architektur seiner Bauzeit, der Spätrenaissance erkennen. Die gegen die Saale gerichtete Fassade macht mit ihren Treppengiebeln, der umschließenden Ringmauer und den Terrassen einen malerischen Eindruck. Die Thüngen konnten den am 24.3.1550 von den Grafen von Rieneck erstandenen Besitz von Wolfsmünster kaum 120 Jahre halten und mussten ihn am 24.5.1670 an das Juliusspital abtreten, dessen Wappen mit den 3 Ringen und der Jahreszahl 1803 am Außentor zu sehen ist. 1877 ging das Schlösschen in Privathände über. 


Der vorletzte Besitzer war der Frankfurter Stadtrat W. Hanau, ein eifriger Kunstsammler, der viele Kunstgegenstände ins Anwesen einbrachte, die heute nicht mehr vorhanden sind. Vor etwa 100 Jahren wurde das Gebäude von der Stadt Frankfurt erworben, die dort ein Kinderheim errichtet hat. Bedauerlicherweise hat die Stadt 1974 die Heimstätte aufgegeben.


Der Grillplatz Wolfsmünster

Auf halber Höhe des Bergwegs liegt der Grillplatz des Obst- und Gartenbauvereins mit der Wendelinuseiche. Mit seiner Ruhehütte bietet er den Rahmen für wunderschöne Grillabende inmitten der Natur.


Die Ruine Neuscheuer

Westlich von  Wolfsmünster im juliusspitälischen Wald liegt die Ruine Neuscheuer, der Rest eines ehemaligen Hofgutes. Sie liegt ca. 2km den Bergweg hinauf folgend 300m im Wald. Sie besteht aus den Grundmauern eines 26,5m x 9,5,m großen Scheunengebäudes und eines kleinen Häuschen mit 7,5m x 8m. Die Ruine war ein Schafstall daneben das Hirtenhäuschen.